Permeable
Reaktive Wände zur
Grundwassersanierung
im Abstrom
von Absetzbecken der Uranerzaufbereitung
|

|

|

|
|
WISMUT GmbH
|
B.P.S. Engineering GmbH
|
Fraunhofer Institut für
Angewandte Polymerforschung
|
|
Jagdschänkenstr. 29
D-09117 Chemnitz
www.WISMUT.de
|
Reinsdorfer Str. 29
D-08066 Zwickau
www.BPS-Zwickau.de
|
Kantstraße 55
D-14513 Teltow
www.iap.fhg.de
|
gefördert durch das
|

|
|
|
Bundesministerium für Bildung und Forschung
www.bmbf.de
|
Forschungszentrum Karlsruhe
Postfach 36 40
D-76021 Karlsruhe
www.fzk.de/ptwt
|
Projekt,
Ziele
Vorhabensbezeichnung:
Entwicklung von verfahrenstechnischen Lösungen
zur Sanierung von Grundwasserschäden im Abstrom von Absetzbecken der
Uranerzaufbereitung mit HIlfe von Permeablen Reaktiven Wänden
Kurzbeschreibung:
Die Rückstände der Aufbereitung
von Uranerzen durch die ehemalige SDAG Wismut am Standort Crossen werden
in den Absetzbecken Helmsdorf und Dänkritz gelagert. Aus den Absetzbecken
in den Untergrund versickerndes Porenwasser führt zu einer Belastung
des Grundwassers insbesondere mit Uran, Radium und Arsen.
Industrielle Absetzanlage
Helmsdorf der WISMUT GmbH
Der Einsatz permeabler reaktiver Wände
(PRW) zur passiven In-situ-Abtrennung der Kontaminanten kann wesentlich
zur Senkung der langfristig anfallenden Kosten beitragen. Der Einsatz von
langzeitbeständigem, chemisch speziell konditioniertem Granulat aus
einem geeigneten Trägermaterial in Verbindung mit reaktiven Stoffen
für Abtrennung von
steht im Mittelpunkt des Projektes. Dazu werden
-
in Phase 1 Laboruntersuchungen, Modellierungen
sowie eine Parametrisierung
-
in Phase 2 ein Pilotversuch vor Ort durchgeführt.
Gegenwärtig wird Phase 1 des Projektes
bearbeitet. Die Aspekte des Strahlenschutzes und der langzeitstabilen Fixierung
der relevanten Radionuklide sowie der toxischen Komponenten stehen im Vordergrund.
Ziele von Phase
1:
-
Aussagen zur prinzipiellen Machbarkeit der
Behandlung des speziellen Grundwassers
-
Technisch und wirtschaftlich erzielbare Abtrennleistungen
-
Abschätzung der Standzeiten
-
Parametrisierung auf den technischen Maßstab
Einordnung des Vorhabens:
|
Über mehrere Jahrzehnte wurde an
verschiedenen Standorten der ehemaligen SDAG Wismut Uranerz aufbereitet.
Die anfallenden Rückstände gelangten in Absetzbecken, die heute
durch die WISMUT GmbH saniert werden. Teil dieser Sanierung ist die Verminderung
des Autrages von Radionukliden (Uran, Radium) sowie toxischen Komponenten
(v.a. Arsen) in das Grundwasser.
|

|
Das aus den Absetzbecken Helmsdorf und Dänkritz
in den Untergrund versickernde Porenwasser führt zu einer z. T. erheblichen
Belastung des Grundwassers insbesondere mit Uran, Radium und Arsen.
Im vorliegenden Sanierungsfall liegt das
Uran als Trikarbonato-Uranatkomplex vor. Der
wasserlösliche Trikarbonatouranatkomplex läßt sich entweder
ionisch an ein starkes Kation oder durch Reduktion zu wasserunlöslichen
Oxiden des 4-wertigen Urans immobilisieren. Die letztgenannte Reaktion
wird durch folgende Gleichung beschrieben:
[UO2(CO3)2]2-
+4H+ <-> UO2+2 H2O+2 CO2
Gegenwärtig wird im Bereich des Hauptdammes
des Absetzbeckens Helmsdorf das kontaminierte Grundwasser mittels Brunnen
gefaßt, gehoben und in die Freiwasser-zone des Absetzbeckens Helmsdorf
eingeleitet. Eine analoge Vorgehensweise ist bei dem durch das Absetzbecken
Dänkritz II kontaminierten Grundwasser, das in Richtung Zinnborn fließt,
vorgesehen.
Das Freiwasser des Absetzbeckens Helmsdorf
wird gegenwärtig einer aktiven Behandlung zugeführt, in der gezielt
Uran, Radium und Arsen abgetrennt wird. Diese Möglichkeit steht nur
solange zur Verfügung, bis im Rahmen der Sanierung des Absetzbeckens
das Freiwasser vollständig entfernt ist. Danach müßte das
kontaminierte Grundwasser im Rahmen eines “pump and treat”-Konzeptes einer
aktiven Wasserbehandlung zugeführt werden.
Bei geeigneter Fassung des kontaminierten
Grundwassers liegen die zu behandelnden Mengen im Bereich einiger weniger
Kubikmeter pro Stunde. Es werden spezifische Behandlungskosten größer
20 DM/m3 erwartet.
Vorläufige Abschätzungen gehen
davon aus, daß das im Bereich des Hauptdammes des Absetzbeckens Helmsdorf
austretende kontaminierte Grundwasser über einen Zeitraum von mehr
als 200 Jahren behandelt werden muß. In Tabelle 1 werden die prognostizierten
radioaktiven und toxischen Inhaltsstoffe des Grundwassers angegeben.
Tabelle 1: Charakteristik des Grundwassers
im Bereich des Hauptdammes der Absetzanlage Helmsdorf
|
Parameter
|
Maßeinheit
|
Konzentration bzw. Aktivitätskonzentration
|
|
Uran
|
mg/l
|
8...12
|
|
Ra-226
|
mBq/l
|
200...800
|
|
Arsen
|
mg/l
|
2...4
|
|
Sulfat
|
mg/l
|
1000...4000
|
|
Hydrogenkarbonat
|
mg/l
|
2000...3000
|
|
Chlorid
|
mg/l
|
500...1000
|
|
pH-Wert
|
-
|
7,5...9
|
Der Einsatz permeabler reaktiver Wände
(PRW) zur passiven In-situ-Abtrennung der Kontaminanten ist eine technisch
erfolgversprechende und wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum kosten-
und wartungsintensiven “pump and treat”-Ansatz.
Arbeitspakete:
a) Laborversuche
Die Laborversuche gliedern sich in drei
miteinander gekoppelte Teilkomplexe:
1. hydrochemische Untersuchungen zur Sorptionsfähigkeit
verschiedener Stoffe bezüglich der Komponenten Uran, Arsen, Radium
(Batchversuche zur Identifizierung geeigneter Sorbentien)
2. Untersuchungen zur Bereitstellung eines
geeigneten langzeitstabilen Trägermaterials (mit den erforderlichen
hydraulischen Eigenschaften) zur Aufnahme der Sorbentien bzw. chemische
Modifikation des Trägermaterials selbst
3. Untersuchungen der Einbindung der Sorbentien
in das Trägermaterial
b) Kolonnenversuche
In Kolonnenversuchen wird die zeitliche
Veränderung der chemischen Prozesse und der hydraulischen Eigenschaften
mit Originalwasser untersucht. Dezu kommen ausgewählte und besonders
erfolgversprechende Sorbentien bzw. Granulate zum Einsatz.
Die Ergebnisse der Kolonnenversuche gestatten
eine Skalierung auf den technischen Maßstab.
c) Begleitende
Modellierung der Schadstoffrückhaltung in der PRW
Ziel der Modellierung ist die Unterstützung
des technischen Designs der passiven Wasserbehandlung am Standort.
Das Modell umfaßt physikalische,
chemische und hydrodynamische Prozesse, die eng miteinander gekoppelt sind.
Es muß so genau wie nötig und so einfach wie möglich sein,
um einerseits alle relevanten Prozesse zu erfassen, andererseits für
den praktischen Umgang noch handhabbar zu bleiben.
d) Parametrisierung
Wesentlicher Bestandteil dieses Projektabschnittes
ist eine Parametrisierung der PRW, insbesondere hinsichtlich der Größen
-
Dicke und hydraulische Eigenschaften (Granulierung)
der PRW als Funktion des spezifischen Grundwasserdurchsatzes (Kubikmeter
pro Quadratmeter und Stunde),
-
Belastung des Grundwassers mit gelösten
bzw. ausgefällten Komponenten (v.a. in Bezug auf die Korngröße
des reaktiven Materials (Porenvolumen für Ablagerung der abgetrennten
Schadstoffe).
Daraus wird eine Abschätzung der Standzeit
bzw. langfristigen Wartungsaufwendungen (ggf. unter Berücksichtigung
eines Diskontierungsansatzes) abgeleitet und ein Vergleich verschiedener
Varianten der konstruktiven Gestaltung der PRW durchgeführt.
Im Ergebnis steht die Ableitung einer Empfehlung
für die optimierte Gestaltung der PRW unter Berücksichtigung
der Gegebenheiten an den Standorten der WISMUT GmbH. Entsprechend dieser
Empfehlung können die für Phase 2 des Projektes vorgesehenen
Pilotversuche dimensioniert werden.
zum
Seitenanfang
Kontakt
|