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Sodaalkalische Laugung und Probleme bei der Abtrennung des Urans aus dem Wasser

 
Bei der sodaalkalischen Laugung wird das in IV-wertiger Form vorliegende Uran zunächst in die VI-wertige Form oxidiert und daraufhin mit Hilfe von Na2CO3 (Soda)  in einen wasserlöslichen Komplex (Trikarbonatouranat-Komplex) überführt. Die ablaufende Oxidationsreaktion kann wie folgt dargestellt werden:
  UO2 + ½O2 + 3Na2CO3 -> Na4[UO2(CO3)3] + 2NaOH

Bei der angeführten Reaktion bildet sich der Trikarbonatouranat-Komplex und Natronlauge. Diese würde das Uran sofort entsprechend der Reaktion
Na4[UO2(CO3)3] + 4NaOH -> Na2U2O7 + 2H2O + 3Na2CO3 ,

die in der Regel bei der Uranimmobilisierung abläuft, wieder als Natriumdiuranat ausfällen.

Da aber gleichzeitig bei der Laugung der in jedem Uranerz anwesende Pyrit durch Soda ebenfalls gelaugt wird, entsteht das die Natronlauge zu Soda umsetzende Natriumhydrogenkarbonat (Bikarbonat).
2FeS2 + 8Na2CO3 + 7½ O2 + 7 H2O -> 2Fe(OH)3 + 4Na2SO4 + 8NaHCO3 NaHCO3 + NaOH -> Na2CO3 + H2O

Diese grundsätzlich bei der Uranaufbereitung in der WISMUT eingesetzte Aufbereitungstechnologie führte zum stets gleichzeitigen Vorliegen von CO32--, HCO3-- und SO42- - Ionen in allen für eine Behandlung (aktiv oder passiv) in Frage kommenden Wässern. Weiterhin treten in den zu behandelnden Wässern Arsen und Radium in unterschiedlichen Konzentrationen bzw. Aktivitätskonzentrationen auf.

Das Vorhandensein der Karbonat-/Bikarbonationen in den zu behandelnden Wässern führt für eine passive Reinigung der Wässer durch Immobilisierung des Urans zu folgenden Konsequenzen:

        • Solange das Uran an den Trikarbonatouranat-Komplex gebunden ist, läßt es sich nicht ausfällen.

        • Der Trikarbonatouranat-Komplex wird erst bei pH-Werten, die höher als 11,4 oder niedriger als 2,3 sind, zerstört. Diese pH-Werte lassen sich ohne gezielte Chemikalienzugabe nicht einstellen.

        • Die Karbonat-/Bikarbonatkonzentrationen im Gleichgewicht mit dem atmosphärischen CO2 stellen ein stabiles Puffersystem dar, das erfahrungsgemäß in dem vorliegenden Vielstoffgemisch nur schwer durch Modellierung beschrieben werden kann.

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